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Einen McBPM mit RPA Pommes bitte

Können BPM und RPA nebeneinander existieren? Was ist der Unterschied?
Ein Artikel von Shyamal Addanki, Director NA

Ich hatte letztens die Möglichkeit ein Webinar über BPM und FireStart abzuhalten. Das Thema der vorhergehenden Präsentation war RPA und wie Unternehmen Bots zur Prozessautomatisierung einbinden können. Als ich dann mit meiner Präsentation starten wollte, kam die erwähnte Frage natürlich sofort. Eine interessante Frage, die ich auch oft auf Konferenzen gestellt bekomme.

Meine kurze Antwort darauf: Ja, BPM und RPA können koexistieren, weil sie zwei verschiedene Probleme lösen.

Es gibt viele Websites, die den Unterschied zwischen RPA und BPM umfassend behandeln. In manchen Fällen sind es sogar sehr lebhafte Diskussionen darüber, ob das eine das andere ersetzen kann. Dabei muss man beachten, dass viele dieser Artikel von Anwendern und Experten aus beiden Feldern geschrieben sind und mit Fachjargon und Terminologien gespickt sind. Für jemanden der sich bisher nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt hat, kann dies sehr verwirrend sein.

Daher finden Sie in diesem Artikel keine Fachbegriffe. In diesem Artikel geht es um McDonalds.

Firestart News Bpm Vs Rpa

Die beiden Brüder Richard und Maurice McDonald eröffneten 1940 ihr erstes Barbecue Drive-In Restaurant in Kalifornien. Zu dieser Zeit wurden Drive-Ins immer populärer und Angestellte von Schnellimbissen, so genannte Carhops, brachten den Kunden das Essen sogar direkt ans Auto. Trotzdem waren die Produktionszeiten lange, die Lieferzeiten nicht sehr schnell und Kunden erhielten ihr Essen oft nur noch kalt. Damals gab es nur eine Lösung für dieses Problem: Den Short-Order Cook; einen Schnellkoch, der darauf spezialisiert war, Essen mit kurzer Zubereitungszeit zu kochen. Dazu wurde eine große Grillstation benötigt, an der viele unterschiedliche Bestellungen gleichzeitig gekocht werden konnten. Diese Art des Kochens erforderte allerdings viel Talent und Training. Gute Schnellköche waren also Mangelware und die Drive-Ins Kaliforniens mussten tief in die Tasche greifen, um einen geeigneten Koch zu finden.

Die McDonalds Brüder erkannten dieses Problem, schlossen ihr Restaurant und entwickelten ein neues System mit dem Namen Speedee Service System. Damit peppten sie das klassische Restaurant-Modell mit einer Produktionsschleife, ähnlich jener in der Automobilproduktion, auf. Anstatt spezialisierte Arbeitskräfte wie Schnellköche, einzustellen, nahmen sie viele Hilfsarbeiter auf. Jeder Arbeiter wurde an einer bestimmten Stelle des Produktionsprozesses eingesetzt. Der Prozess selbst war bereits sehr effizient – anstatt eine große Anzahl unterschiedlicher Speisen zuzubereiten, wurden einige wenige besonders schnell gekocht. Mit diesem neuen System öffneten sie ihr erstes Fast Food Restaurant; der Rest ist Geschichte. Der Prozess der McDonalds Brüder wurde kopiert und weiterentwickelt. Heute arbeitet fast jede Fast Food Kette weltweit nach diesem Prinzip.

Was hat das alles mit BPM und RPA zu tun?

In Disukussionen über BPM und RPA nutze ich gerne diese Analogie von McDonalds. Kann sein, dass es bessere Vergleiche gibt, aber das erste Mal als mir jemand die BPM vs. RPA Frage stellte, trank ich gerade einen McDonalds Kaffee und aß einen McMuffin. Davor hatte ich sogar mein Frühstück bei einem automatischen Kiosk bestellt, kontaktlos mit meiner Kreditkarte bezahlt und das Essen an der Ausgabe abgeholt. Der Prozess im Hintergrund war derselbe: Die McDonalds Mitarbeiter machten die Sandwiches, sie brieten die Eier und schnitten das Brot. Alleine die Kasse wurde durch einen Roboter ersetzt.

Der McBPM:

Start > Kunde bestellt > Küche erhält Bestellung und bereitet Essen vor > Küche übergibt Essen auf Tablett > Kassierer bereitet die Getränke vor> Kassierer gibt Getränke und Essen an Kunde aus > Ende

Manche dieser Prozessschritte könnte man sogar noch in Subprozesse aufteilen. Sieht man sich diesen Prozess genauer an, könnten noch Verbesserungen vorgenommen werden; beispielsweise um Abfall zu reduzieren. Als Teil von BPM kann auch Prozessautomatisierung eingesetzt werden – anstatt den Kassierer die Bestellung in die Küche rufen zu lassen (schlechte Datenqualität) oder einen Bestellbon auszudrucken und der Küche zu übergeben (Zeit- und Ressourcenverschwendung), wird die Bestellung automatisch auf einem Screen in der Küche angezeigt, um die Mitarbeiter dort zu informieren, was zubereitet werden muss. Viele Fast Food Restaurants gehen sogar noch einen Schritt weiter: Kunden bekommen dort nur noch einen Becher und können sich an den Getränkeautomaten selbst bedienen.

Die RPA Pommes: Ersetzte den Kassierer durch einen Kiosk

Die speziellen Aufgaben des Kassierers waren: die Bestellung des Kunden aufnehmen und in das System eingeben, das Restgeld herausgeben und das Essen ausgeben. Da man nun die meisten dieser Aufgaben automatisieren kann, ist die einzige Aufgabe, die ein Mensch ausführen muss, die Essensausgabe – im Moment zumindest.

Bei BPM geht es um den gesamten Prozess; End-to-End. Es ist möglich, sich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren, allerdings sollte man immer den Kontext der Aufgabe vor Augen haben. Welche Daten sind notwendig, um diese Aufgabe zu erfüllen? Wie sind diese Daten für den Nutzer aufbereitet? Welche Daten entstehen im Zuge der Aufgabe? Wozu werden diese dann benötigt? Wie gelangen die Daten an die Stellen, an denen sie benötigt werden?

Bei RPA geht es um die Aufgabe selbst. Welche repetitiven Tätigkeiten können automatisiert werden? Kann ein Mensch einem Roboter beibringen, einen Teil seiner täglichen Arbeit zu erledigen?

In der McDonalds Analogie war die Automatisierung der Kasse ein Fall von RPA. Indessen fällt die digitalisierte Übergabe der Bestellinformation von der Kassa an die Küche, unter BPM. Beide Funktionen sind wichtige Elemente für eine erfolgreiche Performance und sie können definitiv koexistieren.

Sie fragen sich, wo Sie am Beginn der digitalen Transformation starten sollen? Ich persönlich würde sagen: mit BPM. Es wird Ihnen helfen, ihre Prozesse aufzubauen und zu verbessern, sowie ihre Aufgaben und Ereignisse zu automatisieren. Sind Sie einmal an diesem Punkt angelangt, ist es einfacher, manuelle Aufgaben zu analysieren, um zu sehen, wie die Prozesse mit RPA weiter optimiert werden können.

Also, wollen Sie Pommes Frites zu Ihrer Bestellung?

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