Low-Code/No-Code erklärt: Was bedeutet das für Unternehmen?
Unterschiede, Vorteile, Grenzen und geeignete Einsatzfelder – mit Governance, BPMN 2.0, Auswahlkriterien und Praxisbeispiel
Was unterscheidet Low-Code von No-Code? Erfahre, welche Vorteile und Risiken die Ansätze für Unternehmen haben und wann sie sich im Mittelstand eignen.
Low-Code und No-Code beschreiben Ansätze, mit denen du Anwendungen und digitale Prozesse schneller erstellen kannst – größtenteils über visuelle Oberflächen statt über klassischen Programmcode. Low-Code erlaubt bei Bedarf eigenen Code, während No-Code vollständig ohne Programmierung auskommt.
Für Unternehmen im Mittelstand bedeutet das: Fachabteilungen können viele Lösungen selbst konfigurieren, während die IT weiterhin für Architektur, Sicherheit und komplexe Anforderungen zuständig bleibt. Doch Low-Code und No-Code sind kein Freifahrtschein. Ohne klare Regeln können Schatten-IT, Sicherheitslücken und schwer wartbare Einzellösungen entstehen.
Was bedeutet Low-Code/No-Code?
Low-Code und No-Code sind Methoden zur Entwicklung von Software und digitalen Anwendungen. Statt jede Funktion von Grund auf zu programmieren, nutzt du visuelle Bausteine, Formulare, Regeln, Vorlagen und grafische Prozessmodelle.
Typische Bestandteile solcher Plattformen sind:
- grafische Oberflächen für Anwendungen und Prozesse,
- vorgefertigte Bausteine,
- konfigurierbare Formulare,
- Rollen- und Berechtigungskonzepte,
- Regeln für Entscheidungen und Freigaben,
- Schnittstellen zu bestehenden Systemen,
- automatische Benachrichtigungen,
- Auswertungen und Übersichten.
Der Unterschied zwischen beiden Ansätzen liegt vor allem in der Zielgruppe und im Grad der technischen Freiheit:
| Kriterium | No-Code | Low-Code |
|---|
| Programmierkenntnisse | Nicht erforderlich | Grundkenntnisse können hilfreich sein |
| Erstellung | Ausschließlich visuell und über Konfiguration | Überwiegend visuell, ergänzt durch eigenen Code |
| Zielgruppe | Fachanwender:innen und sogenannte Citizen Developer | IT, Entwickler:innen und technisch versierte Fachbereiche |
| Flexibilität | Für standardisierte Anwendungsfälle ausreichend | Höhere Anpassbarkeit bei komplexen Anforderungen |
| Typische Lösungen | Formulare, einfache Anwendungen, Standard-Workflows | Integrierte Geschäftsprozesse, komplexe Anwendungen und Schnittstellen |
| Rolle der IT | Governance, Freigabe und Absicherung | Architektur, Erweiterungen und technische Betreuung |
Die Begriffe sind allerdings nicht immer einheitlich definiert. Manche Anbieter nennen eine Plattform „No-Code“, obwohl für bestimmte Funktionen technische Unterstützung notwendig ist. Deshalb solltest du nicht nur auf das Etikett achten, sondern prüfen, was sich tatsächlich ohne Programmierung umsetzen lässt.
Low-Code einfach erklärt
Low-Code bedeutet wörtlich: „wenig Programmierung“. Eine Low-Code-Plattform stellt fertige visuelle Werkzeuge bereit, mit denen du den größten Teil einer Anwendung oder eines Prozesses konfigurieren kannst. Für spezielle Logik, individuelle Schnittstellen oder besondere Oberflächen lässt sich zusätzlich eigener Code verwenden.
Ein vereinfachtes Beispiel:
Du möchtest einen digitalen Bestellprozess abbilden. Mit einer Low-Code-Plattform kannst du zunächst ein Formular erstellen, Genehmigungsstufen definieren und die zuständigen Personen zuordnen. Anschließend legst du fest, dass Bestellungen ab einem bestimmten Betrag an eine weitere Führungskraft weitergeleitet werden.
Wenn das System zusätzlich eine spezielle Berechnung durchführen oder Daten aus mehreren Systemen zusammenführen soll, kann die IT eigenen Code oder eine individuelle Schnittstellenlogik ergänzen.
Low-Code ist damit vor allem ein Beschleuniger für die IT. Entwickler:innen müssen nicht jede Standardfunktion selbst bauen und können sich auf die Teile konzentrieren, die tatsächlich individuelle technische Arbeit erfordern.
No-Code einfach erklärt
No-Code geht einen Schritt weiter: Anwendungen werden vollständig ohne manuell geschriebenen Code erstellt. Fachanwender:innen nutzen dafür grafische Editoren, Drag-and-drop-Bausteine, Konfigurationsmasken und vordefinierte Regeln.
Ein Beispiel ist ein digitaler Urlaubsantrag:
1. Du legst ein Antragsformular an.
2. Du definierst die zuständige Führungskraft.
3. Du hinterlegst Regeln für Stellvertretungen.
4. Du konfigurierst automatische E-Mails.
5. Du bestimmst, welche Informationen in einer Übersicht erscheinen.
Dafür ist keine klassische Softwareentwicklung erforderlich. Das macht No-Code besonders interessant für Fachabteilungen, die eine Lösung benötigen, aber nicht für jede Anpassung ein Entwicklungsprojekt der IT starten wollen.
No-Code eignet sich vor allem für klar abgegrenzte und standardisierte Anwendungen. Sobald viele Systeme integriert, sehr individuelle Datenmodelle benötigt oder außergewöhnliche Geschäftsregeln umgesetzt werden müssen, stößt der Ansatz schneller an seine Grenzen.
Was ist der Unterschied?
Die kürzeste Definition lautet:
> Low-Code ermöglicht die visuelle Entwicklung von Anwendungen mit der Option, bei Bedarf eigenen Code zu ergänzen. No-Code ermöglicht die Erstellung von Anwendungen ausschließlich über Konfiguration und visuelle Werkzeuge – ohne selbst Programmcode zu schreiben.
Der Unterschied zeigt sich in drei Punkten:
- Zugang: No-Code richtet sich stärker an Fachanwender:innen ohne Programmierkenntnisse. Low-Code richtet sich zusätzlich an IT-Teams und Entwickler:innen.
- Flexibilität: Low-Code bietet mehr Möglichkeiten für individuelle Logik, Datenverarbeitung und Schnittstellen.
- Verantwortung: Bei No-Code können Fachbereiche schneller selbst Lösungen bauen. Bei Low-Code bleibt die technische Steuerung meist enger mit der IT verbunden.
Welche Vorteile bieten Low-Code und No-Code?
Schnellere Umsetzung
Visuelle Bausteine und Vorlagen verkürzen die Entwicklungszeit. Ein digitaler Antrag, eine Freigabe oder eine interne Übersicht lässt sich häufig schneller konfigurieren, als wenn jede Funktion individuell programmiert werden müsste.
Das ist besonders hilfreich, wenn sich Anforderungen kurzfristig ändern. Fachanwender:innen können Anpassungen selbst beschreiben und testen, statt ausschließlich auf eine neue Version aus der IT zu warten.
Entlastung der IT
IT-Abteilungen im Mittelstand müssen häufig viele Anforderungen gleichzeitig bearbeiten. Low-Code und No-Code können helfen, wiederkehrende Standardlösungen aus dem Entwicklungsrückstand herauszunehmen.
Die IT verschwindet dadurch nicht aus dem Prozess. Ihre Rolle verändert sich: Sie definiert Standards, prüft Risiken, betreut Schnittstellen und entscheidet, welche Lösungen produktiv eingesetzt werden dürfen.
Mehr Nähe zum tatsächlichen Arbeitsablauf
Fachabteilungen kennen ihre Prozesse und Ausnahmen meist besser als außenstehende Entwickler:innen. Wenn sie an der Erstellung beteiligt sind, können Anforderungen direkter in Formulare, Rollen, Regeln und Abläufe übersetzt werden.
Das verringert das Risiko, dass eine technisch funktionierende Anwendung am Arbeitsalltag vorbeigeht.
Einfachere Anpassungen
Geschäftsprozesse ändern sich: Zuständigkeiten wechseln, Freigabegrenzen werden angepasst oder neue gesetzliche Anforderungen kommen hinzu. Bei einer konfigurierbaren Plattform lassen sich solche Änderungen häufig schneller umsetzen als bei einer individuell programmierten Anwendung.
Voraussetzung ist, dass Änderungen dokumentiert, getestet und kontrolliert veröffentlicht werden.
Niedrigere Einstiegshürden
No-Code kann auch kleineren Unternehmen den Einstieg in die Digitalisierung erleichtern. Für einen klar begrenzten Prozess ist nicht zwingend ein großes Entwicklungsprojekt erforderlich.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jede No-Code-Lösung günstiger ist. Lizenzkosten, Einführung, Schulung, Wartung, Schnittstellen und Governance müssen in die Gesamtbetrachtung einfließen.
Wo liegen die Grenzen?
Low-Code und No-Code lösen nicht jedes Digitalisierungsproblem. Beide Ansätze reduzieren Programmieraufwand, ersetzen aber weder Prozessverständnis noch technische Verantwortung.
Risiko der Schatten-IT
Wenn jede Abteilung eigenständig Anwendungen erstellen kann, entstehen möglicherweise viele voneinander unabhängige Lösungen. Daten werden doppelt gepflegt, Berechtigungen uneinheitlich vergeben und Anwendungen nicht ausreichend dokumentiert.
Dieses Risiko wird häufig als Schatten-IT bezeichnet. Besonders problematisch ist es, wenn wichtige Geschäftsprozesse über private Tabellen, nicht freigegebene Anwendungen oder unklare Automatisierungen laufen.
Begrenzte Individualisierung
No-Code-Plattformen arbeiten mit den Funktionen, die der Anbieter vorgesehen hat. Reicht der vorhandene Baukasten nicht aus, kann eine gewünschte Funktion möglicherweise gar nicht oder nur mit Umwegen umgesetzt werden.
Low-Code bietet hier mehr Spielraum, verlangt aber häufig technisches Know-how. Je mehr individuelle Erweiterungen hinzukommen, desto stärker nähert sich die Lösung klassischer Softwareentwicklung an.
Abhängigkeit vom Anbieter
Bei Plattformlösungen solltest du prüfen, wie Daten exportiert werden können, welche Schnittstellen vorhanden sind und ob Prozesse bei einem Anbieterwechsel migriert werden können. Eine starke Abhängigkeit vom Anbieter kann langfristig die Kosten und die strategische Flexibilität beeinflussen.
Wichtige Fragen sind:
- Wem gehören die Daten?
- In welchem Format kannst du sie exportieren?
- Welche offenen Schnittstellen gibt es?
- Wie werden Änderungen und Versionen dokumentiert?
- Wo werden die Daten gespeichert?
- Welche Möglichkeiten gibt es für eine On-Premise- oder Cloud-Nutzung?
Sicherheit und Compliance
Auch eine Anwendung ohne geschriebenen Code verarbeitet möglicherweise personenbezogene, finanzielle oder vertrauliche Daten. Deshalb gelten für sie dieselben Anforderungen an Datenschutz, Zugriffskontrolle, Protokollierung und Aufbewahrung wie für andere Unternehmenssoftware.
Prüfe insbesondere Rollen und Berechtigungen, Verschlüsselung, Speicherort, Protokollierung, Löschkonzepte und die Möglichkeit, Änderungen nachvollziehbar zu dokumentieren.
Für welche Anwendungsfälle eignet sich der Ansatz?
Low-Code und No-Code sind besonders sinnvoll, wenn ein Prozess:
- häufig vorkommt,
- klar strukturiert ist,
- mehrere Beteiligte und Freigaben umfasst,
- bisher über E-Mail, Excel oder Papier läuft,
- regelmäßig angepasst werden muss,
- mit bestehenden Systemen verbunden werden soll,
- keine vollständig individuelle Kernanwendung erfordert.
Typische Beispiele im Mittelstand sind:
- Rechnungsfreigaben,
- Bestellanforderungen,
- Mitarbeiter-Onboarding,
- Urlaubs- und Abwesenheitsanträge,
- Lieferantenfreigaben,
- Compliance-Prüfungen,
- Service- und Genehmigungsanträge,
- Dokumentenprüfungen,
- interne Meldungen und Eskalationen.
Gerade bei Geschäftsprozessen ist entscheidend, dass nicht nur eine Oberfläche entsteht. Die Lösung sollte auch Rollen, Fristen, Vertretungen, Entscheidungen, Ausnahmen und Nachweise abbilden.
Low-Code/No-Code und Prozessmanagement
Eine Anwendung kann schnell erstellt sein und trotzdem einen schlechten Prozess digital abbilden. Deshalb sollte vor der technischen Umsetzung eine Prozessanalyse stehen.
Beantworte zunächst:
1. Was ist der Auslöser des Prozesses?
2. Welches Ergebnis soll am Ende vorliegen?
3. Wer ist für welchen Schritt verantwortlich?
4. Welche Informationen und Dokumente werden benötigt?
5. Wo entstehen Wartezeiten oder Fehler?
6. Welche Entscheidungen müssen Menschen treffen?
7. Welche Schritte lassen sich regelbasiert automatisieren?
8. Welche Systeme müssen eingebunden werden?
Für komplexere Abläufe bietet sich eine standardisierte Prozessmodellierung mit BPMN 2.0 an. Dadurch werden Ereignisse, Aufgaben, Rollen, Entscheidungen und parallele Abläufe eindeutig beschrieben.
Eine BPMN-basierte Low-Code-Plattform wie FireStart kann diesen Übergang von der Prozessbeschreibung zur ausführbaren Lösung unterstützen: Fachbereiche passen Abläufe visuell an, während Regeln, Freigaben und Integrationen innerhalb eines kontrollierten Rahmens umgesetzt werden. Das ist etwas anderes als eine unkoordinierte Sammlung einzelner No-Code-Anwendungen.
Wer sollte Low-Code/No-Code nutzen?
Low-Code und No-Code richten sich nicht nur an eine bestimmte Abteilung. Am erfolgreichsten ist meist ein Zusammenspiel:
- Fachabteilung: beschreibt den tatsächlichen Ablauf und prüft die Praxistauglichkeit.
- Prozessverantwortliche: definieren Ziele, Kennzahlen und Zuständigkeiten.
- IT: bewertet Architektur, Sicherheit, Schnittstellen und Betrieb.
- Datenschutz und Compliance: prüfen rechtliche und organisatorische Anforderungen.
- Führungsebene: entscheidet über Prioritäten, Standards und Ressourcen.
Die Fachabteilung sollte also nicht vollständig allein gelassen werden. Gleichzeitig sollte die IT nicht zum Flaschenhals für jede kleine Prozessänderung werden. Ein klarer Rahmen schafft die Balance zwischen Eigenständigkeit und Kontrolle.
Low-Code/No-Code auswählen: Darauf solltest du achten
Vor der Einführung solltest du mehrere Plattformen anhand konkreter Anforderungen vergleichen. Eine Demo mit einem realen Prozess ist meist aussagekräftiger als eine allgemeine Funktionsliste.
Prozessmodellierung
Kannst du Abläufe, Rollen, Entscheidungen, Ausnahmen und parallele Schritte verständlich abbilden? Werden Prozessmodelle auch technisch ausgeführt oder dienen sie nur der Dokumentation?
Systemintegration
Lässt sich die Plattform an deine vorhandenen Systeme anbinden – beispielsweise an ERP, Finanzbuchhaltung, Personalsoftware, Dokumentenablage oder Microsoft 365?
Änderbarkeit
Können Fachanwender:innen Prozesse selbst anpassen? Gibt es Testumgebungen, Freigaben und Versionierung, damit Änderungen nicht unkontrolliert produktiv gehen?
Sicherheit und Datenschutz
Prüfe Berechtigungen, Protokollierung, Datenstandort, Verschlüsselung und Löschkonzepte. Für Unternehmen in Deutschland und Österreich sind außerdem die Anforderungen der DSGVO und branchenspezifische Vorgaben relevant.
Nachvollziehbarkeit
Bei Freigabe- und Prüfprozessen sollte erkennbar sein, wer wann welche Entscheidung getroffen oder welche Information verändert hat. Ein vollständiger Audit-Trail kann bei internen und externen Prüfungen wichtig sein.
Skalierbarkeit
Eine Lösung für einen einzelnen Antrag sollte später nicht zum technischen Sonderfall werden. Prüfe, ob weitere Abteilungen, Standorte, Prozesse und Nutzergruppen eingebunden werden können.
Beispiel aus dem Mittelstand
Ein mittelständisches Unternehmen möchte seine Rechnungsfreigabe digitalisieren. Bisher werden Rechnungen per E-Mail weitergeleitet. Die zuständige Person prüft den Beleg, ergänzt Informationen und schickt ihn an die nächste Freigabestufe. Bei Urlaub oder Krankheit bleibt die Rechnung liegen.
Mit einer Low-Code- oder No-Code-Lösung könnte das Unternehmen:
1. ein digitales Eingangsformular erstellen,
2. Rechnungen automatisch einer Kostenstelle zuordnen,
3. Freigabegrenzen hinterlegen,
4. Vertretungen definieren,
5. Fristen und Erinnerungen konfigurieren,
6. Entscheidungen dokumentieren,
7. den Status in einer Übersicht anzeigen.
Der entscheidende Vorteil entsteht nicht allein durch das Formular. Erst die Kombination aus klaren Regeln, Verantwortlichkeiten, Fristen und nachvollziehbarer Dokumentation macht aus einer digitalen Eingabe einen steuerbaren Prozess.
Die konkreten Einsparungen hängen von Rechnungsvolumen, Ausgangsprozess, Durchlaufzeit und Automatisierungsgrad ab. Deshalb solltest du Ergebnisse nicht pauschal mit allgemeinen Prozentwerten versprechen, sondern vorab eine eigene Ausgangsmessung durchführen.
Low-Code/No-Code: Die wichtigsten Fragen
Ist Low-Code dasselbe wie No-Code?
Nein. Low-Code ermöglicht die Entwicklung überwiegend über visuelle Werkzeuge, erlaubt aber zusätzlichen eigenen Code. No-Code kommt ohne selbst geschriebenen Programmcode aus und richtet sich stärker an Fachanwender:innen.
Brauche ich für No-Code keine IT mehr?
Nein. Auch No-Code-Lösungen müssen sicher betrieben, integriert, dokumentiert und weiterentwickelt werden. Die IT sollte für Standards, Berechtigungen, Datenschutz, Schnittstellen und den produktiven Betrieb verantwortlich bleiben.
Ist No-Code nur für kleine Unternehmen geeignet?
Nein. No-Code kann auch in größeren Organisationen eingesetzt werden, wenn Governance, Freigaben und technische Standards geregelt sind. Je komplexer die Systemlandschaft und die Geschäftslogik, desto wichtiger werden Low-Code-Funktionen und die Einbindung der IT.
Ist Low-Code günstiger als klassische Entwicklung?
Nicht automatisch. Low-Code kann Entwicklungsaufwand und Umsetzungszeit reduzieren, verursacht aber häufig Plattform-, Lizenz-, Integrations- und Betriebskosten. Entscheidend ist die Betrachtung der Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus.
Können Fachabteilungen Anwendungen selbst erstellen?
Ja, sofern die Plattform dafür ausgelegt ist und das Unternehmen klare Regeln definiert. Fachabteilungen können einfache Anwendungen und Prozesse konfigurieren; komplexe Integrationen und sicherheitskritische Lösungen sollten gemeinsam mit der IT umgesetzt werden.
Ist Low-Code/No-Code für sensible Unternehmensdaten geeignet?
Das hängt von der jeweiligen Plattform und ihrer Konfiguration ab. Vor der Nutzung solltest du unter anderem Datenstandort, Auftragsverarbeitung, Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Protokollierung und Löschkonzepte prüfen.
Was ist Citizen Development?
Citizen Development bezeichnet die Entwicklung digitaler Lösungen durch Mitarbeitende aus den Fachabteilungen, die keine professionellen Softwareentwickler:innen sind. Low-Code- und No-Code-Plattformen stellen dafür die Werkzeuge bereit.
Was ist der beste Einstieg?
Starte mit einem klar abgegrenzten, häufigen Prozess – etwa einer Rechnungsgenehmigung oder einem Onboarding-Ablauf. Dokumentiere den Ist-Zustand, definiere ein messbares Ziel und entwickle zunächst eine kontrollierte Pilotlösung.
Fazit
Low-Code und No-Code machen die Entwicklung digitaler Anwendungen zugänglicher und können Unternehmen schneller handlungsfähig machen. No-Code eignet sich vor allem für standardisierte Lösungen ohne eigene Programmierung, während Low-Code bei komplexeren Anforderungen mehr technische Freiheit bietet.
Der größte Nutzen entsteht jedoch nicht durch die Plattform allein. Entscheidend sind ein sauber analysierter Prozess, klare Verantwortlichkeiten, sichere Systemintegration und eine verbindliche Governance. So wird aus einer schnellen Konfiguration eine tragfähige Lösung für den Unternehmensalltag.
Wenn du Low-Code im Prozessmanagement vertiefen möchtest, ist eine BPMN-2.0-basierte Plattform wie FireStart ein möglicher Ausgangspunkt, um Prozesse zu modellieren, anzupassen und kontrolliert in die Ausführung zu bringen.
Quellen
FireStart wird in der EU gehostet (DSGVO-konform, EU-Datenspeicherung). Website: www.firestart.com. Kontakt: sales@firestart.com.